Größter Vulkan Balis steht kurz vor dem Ausbruch

Größter Vulkan Balis steht kurz vor dem Ausbruch

Größter Vulkan Balis steht kurz vor dem Ausbruch

 

Gerade steht der größte Vulkan Balis vor dem Ausbruch. Der Mt. Agung. Der Vulkan ist das letzte Mal 1663 ausgebrochen und kostete 1100 Menschen das Leben. Und obwohl ich mich gerade in Amed Beach aufhalte, in einem Dorf, ca 11 km vom Krater entfernt, nehme ich es gelassen. Warum eigentlich? Sollte ich nicht hastig meinen Koffer packen und schnell flüchten?

Stattdessen schaue ich fasziniert zu dem Vulkan hinauf und beobachte gespannt, was als nächstes passiert. Bin ich verrückt? Auf jeden Fall, denn zu bedauern sind die Menschen, die nie verrückt sein können.

Als ich vor 9 Jahren auf Reisen ging, hatte ich noch nie einen Vulkan gesehen. Das erste Mal sah ich dann die Spitze eines Vulkans durch die Wolken ragen, als ich aus dem Bullauge, eines Flugzeugs schaute und gerade über Guatemala flog.

Das zweite Mal stand ich in Ecuador am Fuße eines Vulkans und ich kann nicht sagen, dass ich beeindruckt war. Vielmehr war ich enttäuscht. Er sah aus, wie ein normaler Berg. Einen Vulkan hatte ich mir immer beeindruckender vorgestellt, wie einen Giganten.

Aber es war nur ein Berg.

Er ist ja auch schon erloschen, sagte mein Freund damals zu mir. Trotzdem dachte ich, ein Vulkan sollte mächtiger aussehen.

Vor drei Monaten bestieg ich dann den Mt. Fuji in Japan und obwohl er mich mit Steinen bewarf und mich mit Höhenkrankheit infizierte, obwohl die Besteigung ziemlich hart war und ich sie letztendlich doch schaffte, war es auch nur ein Berg.

So war ich doch ziemlich überrascht, als ich heute morgen aus der Tür purzelte, mich auf mein Moped schwang und einkaufen fuhr. Qualmte da etwa der Vulkan. Ach, verwarf ich meinen Gedanken sofort wieder, das waren bestimmt nur Wolken, die wieder vor ihm herumlungerten, wie sie es immer taten.

Auf dem Rückweg, sah ich immer mehr Menschen, die stehen blieben, den Vulkan anstarrten und Bilder machten. Ich wagte einen erneuten Blick. War da nicht Lava, die den Berg hinab strömte?

Wieder zuhause befragte ich sofort meinen Freund Google und tatsächlich hieß es in mehreren Berichten, stehe Mt. Agung kurz vor einem Ausbruch. In den vergangenen Tagen hatte sich die Erdbebenaktivität bereits verfünfzehnfacht. Momentan, so hieß es weiter, arbeite man an einem Plan für den Worst Case Scenario, wie ein solcher aussah, wollte ich lieber nicht so genau wissen.

Ich schwang mich erneut auf mein Moped, fuhr in das Restaurant meiner Bekannten, in diesem Restaurant hat man einen beeindruckenden Blick auf den Vulkan, besonders bei Sonnenuntergang, und observierte den Vulkan. Immer mehr Lava strömte hinaus und er kleidete sich in Rauch, bis er kaum mehr zu sehen war.

 

Natürlich habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht. Warum jetzt? Ausgerechnet dann, wenn ich da bin und ihn besteigen wollte. Vielleicht möchte er nicht von mir bestiegen werden. Nun, so schlecht rieche ich nun auch nicht. Auch nicht unter Anstrengung. Mit seinen 3031 Metern kann er mich natürlich nur schlecht mit Höhenkrankheit vertreiben, wie es der Mt. Fuji versuchte, zumal Aufgeben nicht zu meinen Charaktereigenschaften zählt.

Was kann es dann sein? Von meinen Vermieter weiß ich, die meisten Balinesen bekennen sich zur Hindu-Dharma-Religion, und veranstalten regelmässig Zeremonien. Es werden Zeremonien am Meer veranstaltet, um einen Tsunami fernzuhalten. Und natürlich auch auf Vulkanen, um einen Ausbruch zu verhindern. Dabei schleppt man eine Kuh zum Krater hinauf und wirft sie hinein.

Die arme Kuh.

Nun, was ist dann diesmal schief gelaufen? War die Zeremonie nur halbherzig? War die Kuh schlecht? Oder ist der Berg zum Vegetarier mutiert? Wenn ja, sollte schnell jemand hinauflaufen und eine Ladung Spinat hineinwerfen. Vielleicht noch ein paar Blätter Salbei hinterher, das beruhigt. Oder Bachblüten.

Es verursacht schon ein mulmiges Gefühl, am Fuße eines Vulkans zu wohnen, der gerade grummelt und mit Lava spuckt. Wer weiß, was als nächstes passiert. Vielleicht müssen wir bald evakuiert werden. Aber ich nehme es locker. Endlich zeigt mir der Vulkan seine Stärke. Jeden Moment könnte es gefährlich werden.

Letztendlich ist er eben doch nicht nur ein Berg.

 

Sorgen mache ich mir dann doch um das Meer. Denn wenn die Zeremonien gegen einen Tsunami auch so wirkungsvoll sind, wie bei einem Vulkan, dann muss ich mich bald auf den ausbrechenden Vulkan vor einem nähernden Tsunami retten.


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