Sanctuaries – das miese Geschäft mit den Elefanten

Sanctuaries – das miese Geschäft mit den Elefanten

Nachdem ich in einer Doku gesehen habe, wie grausam Elefanten gefügig gemacht werden, damit Touristen auf ihnen reiten können, entschied ich eine Sanctuary besuchen zu gehen. Diese sogenannten Zufluchtsorte sprießen ja plötzlich überall aus dem Boden.
Angeblich können sich Elefanten dort von ihrem grausamen Leben von den Menschen erholen. Ich entschied mich für die Mondulkiri Sanctuary im Norden von Kambodscha. Zwei Monate lang freute ich mich darauf. Und dann erwartete mich Schreckliches. Der Elefant war nicht zufällig im Wald unterwegs, wie es uns davor von unserem Tourguide mehrmals versprochen wurde. Nein, er wurde für uns irgendwo im Wald abgestellt. Mit einem Führer. Einem jungen Kerl, der nicht sehr freundlich dreinschaute. Er brüllte ihm Befehle zu und hielt ihm mit einem Stock in Schach. Von Freiheit war da nichts zu spüren. Die anderen 5 Elefanten waren angeblich auf einer Hochzeit. In den „echten“ Rezensionen bei Tripadvisor kann man nachlesen, das passiert häufiger. Scheint ein sehr heiratsfreudiges Dorf zu sein. Die traurige Wahrheit ist leider: Die Elefanten werden weiter als Arbeitstiere genutzt und führen ein unsäglich leidvolles Leben. Hier und da wird mal einer ‚ausgeliehen‘, um Touristen als ‚frei‘ zu präsentieren. Deswegen sieht man immer nur einen Elefanten, an einem guten Tag auch mal zwei.
Wir durften ihm Bananen füttern, das war unsere einzige Interaktion mit dem Elefanten für den ganzen Tag. Danach ging es zum Dorf. Wir mussten vorgehen und der Elefant wurde mit dem Stock gezwungen, hinterher zu laufen. Im Dorf wartete ein üppiges Mal aus Reis mit wenig Gemüse auf uns, gekocht von den Volunteeren. Der Elefant wurde einfach dort abgestellt. Frei zu gehen, wohin er wollte, war ihm nicht gestattet.

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Hier handelt es sich um ein sehr lukratives Geschäft. Touristen zahlen, um Elefanten zu sehen. Volunteere zahlen, um dort zu arbeiten und den Touristen essen zu kochen. Die Leidtragenden sind wie immer die Tiere. Das merkt man schnell, wenn man nicht alles glaubt, was einem dort erzählt wird und einfach mal hinterfragt. Selbst hinschaut. Da findet keine nette Interaktion zwischen dem Elefanten und dem Dorf statt. Da ist nur der Bub, der sogenannte Elefantenführer, der mit seinem Stock dem Elefanten in Schach hält. Einem Stock, der dem Elefanten noch gut im Gedächtnis haftet. Damit wurde er als Baby gebrochen, um ihn gefügig zu machen.
Ein schmutziges Geschäft. Mittlerweile habe ich im Internet gelesen, das ist kein Einzelfall. Sanctuaries halten nicht das, was sie versprechen. Nur ein weiteres Geschäft, wo Elefanten schlecht behandelt werden, geschlagen, oftmals unter Drogen gesetzt, damit Touristen mit ihnen interagieren können. Alles unter dem Deckmantel der Kultur. Denn auch hier, geht es nur ums Geld.
Ich musste mit ansehen, wie der Elefant gezwungen wurde, baden zu gehen, obwohl er nicht wollte. Wie der Bub ihm mit dem Stock schlug. Ich hörte, wie er schrie. Mir standen die Tränen in den Augen, selbst jetzt, wo ich diese Worte schreibe und mich daran erinnere. Was muss dieses wundervolle Tier jeden Tag erleiden. In jeder Minute. Was hat es schon alles erlitten und wann ist genug, einfach genug.

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Und als wäre das nicht schlimm genug, gibt es jeden Tag Touristen und Volunteere, die dabei zuschauen. Die sehen, was ich gesehen habe und es einfach geschehen lassen. Warum, das habe ich mich gefragt? Glauben sie einfach alles, was man ihnen erzählt. Trauen sie sich nichts zu sagen, wenn der Elefant vor ihrem Auge mit dem Stock geschlagen wird und gezwungen wird, ein Bad zu nehmen, obwohl er das gar nicht möchte. Oder ist es in dem Moment egal, weil nur das Foto zählt, was man auf die unzähligen Plattformen laden möchte. Mit dem man sich so unglaublich wichtig fühlt. Ist es zu schwierig, gegen den Strom zu schwimmen?
Ich werde weiter gegen den Strom schwimmen und wenn ich es allein tun muss. Denn mir sind die Tiere wichtig.
Auch an diesem Tag stand ich nicht nur feige daneben und habe zugesehen. Ich habe sie damit konfrontiert. Ich werde es weiterhin tun. An Organisationen schreiben, alles was notwendig ist tun, um solche grausamen Geschäfte mit Elefanten zu stoppen. Denn das sind die wahren Leidtragenden.
So habe ich zwei Wochen benötigt, um meine Rezension bei Tripadvisor freigestellt zu bekommen. Denn die Wahrheit ist, Tripadvisor ist nicht glücklich mit negativen Rezensionen. Und als sie dann endlich veröffentlicht war, konnte ich mich vor Aufmerksamkeit von Seiten der Sanctuary nicht beklagen. Der erste Volunteer stellte mir Fragen, der zweite bedrohte mich und die dritte versuchte es auf die nette Art. Letzendlich brachten sie Tripadvisor dazu, meine Rezension wieder zu löschen. Im Internet las ich, das passiert häufiger. Nach ungefähr zwei Wochen löscht Tripadvisor, ohne eine entsprechende Notiz zu versenden, die 1* Reviews. Da habe ich mich die ganze Zeit gefragt, wie die Sanctuaries nur gute Rezensionen zustande bringen, da habe ich meine Antwort gefunden. Auch weiterhin versuche ich meine Rezension zu veröffentlichen. Manchmal gelingt es mir für wenige Tage, bis sie wieder heimlich gelöscht wird, aber ich versuche es weiter, denn aufgeben kommt für mich nicht in Frage.


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