Die längste Zipline der Welt

Die längste Zipline der Welt

Mein Herz klopft schnell. Wir nähern uns der Spitze des Berges. Ich befinde mich in den Jebel Mountains, im Norden der UAE. Hier versteckt sich die längste Zipline der Welt. Und mit der soll ich fahren. Drei Minuten lang. 2.8 Kilometer. 160 kmh schnell. Es klingt irre. Es ist verrückt. Es soll wie fliegen sein.
Schnell stecke ich meinen Kopf aus dem fahrenden Auto. 90 kmh. Ist schnell. Die Haare fliegen im Wind.
Dann sind wir da. Das Herz rast. Eine Mitarbeiterin begrüst uns, erklärt uns das Wichtigste. Ich kann nicht zuhören. Ich bin zu aufgeregt. Schon unterschreibe ich Papiere, dass ich auf eigene Gefahr handle. Ist klar, wenn etwas schief läuft, war es nie der Anbieter.
Und dann heisst es warten. 20 Minuten lang. Bis es ans Anziehen geht. Gurte hier. Gurte da. Ich werde verschnürt. An einen Sack gebunden. Wenigstens ist er rot.
Dann geht es rein ins Auto und das letzte Stück den Berg hinauf.

Dann sind wir da. Ich springe aus dem Auto und sehe zwei Kabel parallel verlaufen. So kann man zusammen fahren. Ich schaue den Kabeln nach, 2,8 Kilometer und versuche in der Ferne, die Station auszumachen, bei der ich ankommen soll.
Es ist eine freihängende Fahrt vom Gipfel des Dschabal Dschais, mit 1934 Metern höchster Berg der Emirate. Drei Minuten lang. Es ist ein Sturz vom Berg. So viel Adrenalin. Ich möchte kneifen. Aber dann bin ich dran. Mit zittrigen Beinen steige ich auf die Waage und dann auf das Podest. Von flinken Händen werde ich festgemacht. Jetzt muss ich mich hinlegen. Jemand packt meine Füße und hält sie in der Luft. Ich fühle mich wie Superman.

Dann lässt er mich los und ich rase los. Ein Schrei entfährt mir. Dann bleibt mir die Stimme weg. Ich möchte die Augen schließen, so angsteinflößend ist das, aber ich kann nicht aufhören auf die tolle Landschaft zu starren. Ich rase. Es ist schnell und dauert an. Ziemlich lang. Adrenalin strömt durch meinen Körper. Ich fühle mich wie ein Vogel, schwebend im Wind.

Dann bin ich da. So lang und doch zu schnell vorbei. Aufgeregt hänge ich mich an die nächste Seilbahn und fahre das letzte Stück. Diesmal im Sitzen.
Dann warte ich auf die Anderen und wohne den schönsten Sonnenuntergang bei, den ich jemals gesehen habe.

Später geht es zurück ins Hotel. Ins Hilton in Ras Al Kaimah. Die Aufregung hat hungrig gemacht. Schon sitze ich im italienischen Restaurant und esse Lachs, es ist wie alles im Hilton, perfekt.


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